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Spezialgebiete:
Schmerztherapie
Akupunktur
Chirotherapie
Palliativmedizin
Allgemeine
Informationen zum chronischen Schmerz
Akute Schmerzen haben eine klar erkennbare Ursache und sind meist gut angehbar.
Sie haben eine wichtige Warn- und Leitfunktion.
Beispiel: Die Schmerzen bei einer akuten Blindarmentzündung werden durch die Blindarmoperation beseitigt.
Chronische Schmerzen haben diese Funktionen verloren, sie überdauern die akute Erkrankung und werden zur
eigenständigen Krankheit, bei der oft die ehemalige Ursache nicht mehr festzustellen ist.
Was ereignet sich bei der Chronifizierung im menschlichen Körper und was hat dies für Auswirkungen?
Schmerzen werden über spezielle Nervenfasern vom Ort ihrer Entstehung,
z.B. dem Kniegelenk in das Rückenmark fortgeleitet. Dort wird der Schmerzreiz über eine Weiche, der sog. Synapse weiter Richtung
Gehirn fortgeleitet. Auf dem Weg zum Großhirn, wo der Schmerz bewusst empfunden wird, befinden sich viele weitere Weichen, über die der
Schmerz nicht nur weitergeleitet, sondern auch erheblich beeinflusst wird.
Die ausserordentlich komplizierten Mechanismen der Schmerzleitung und ihre Beeinflussung sind
erst seit kurzer Zeit bekannt:
so führen langandauernde Schmerzen des Kniegelenks (unser Beispiel) dazu, dass sich die Nervenweichen auf dem Wege
zum Gehirn verändern: sie werden übererregt oder überempfindlich. Ein ankommender Schmerzreiz führt
dann zur Weiterleitung von mehreren Reizen mit dem Effekt, dass im Gehirn nicht mehr ein Schmerzreiz ankommt und empfunden wird,
sondern ein ganzer Schmerzsturm.
Dies kann soweit führen, dass sogar ein Berührungsreiz am Knie zu einer starken Schmerzempfindung führt:
das Schmerzsystem ist außer Kontrolle!
Die Auswirkungen sind vielfältig. Der Schmerz wird als sinnlos empfunden, es entstehen
Gefühle wie Hoffnungslosigkeit, Furcht und Verzweiflung bis hin zu schweren Depressionen. Für
viele Patienten wird Schmerz zum Mittelpunkt ihres Lebens. Aber auch die gesamte Gefühlswelt, soziale Kontakte,
die Familie haben ihrerseits einen erheblichen Einfluss auf das Schmerzerleben.
Die Behandlung chronischer Schmerzen muss somit alle Bereiche der Schmerzempfindung und Verarbeitung umfassen. Hierzu gehören
z.B. die medikamentöse Therapie; die Nervenblockaden mit einem Betäubungsmittel, aber auch die psychologische
Therapie durch einen speziell ausgebildeten Psychologen, und Krankengymnastik. Der Patient soll aktiv sein Leiden angehen und bereit sein,
alle Aspekte seiner Schmerzerkrankung einzubeziehen. Wir nennen das eine bio-psycho-soziale Schmerztherapie.
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